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Freiheit und der Band sind wiederkehrende Themen in Stan Linssens Skulpturen. Auf leicht absurde, humorvolle Weise zeigt er uns Situationen, in denen beide Kräfte im Widerspruch zueinander stehen. Wo und wie wir aufgewachsen sind, ist untrennbar mit uns verbunden, egal wie frei wir uns fühlen wollen. Der moderne Reisende weiß bereits, was er zu sehen bekommt und nimmt alles, was ihm zuhause lieb ist, am liebsten mit. Moderne Medien verkleinern unsere Welt. Eigentlich müssen wir unser Zuhause nie mehr verlassen, um die Welt kennenzulernen, aber wir reisen wie nie zuvor. Was ist das? Stan baut seine Skulpturen aus Tonplatten auf und vollendet sie mit Engoben und Glasuren so, dass es scheint das die Skulpturen ein ganzes Leben, oder eine ganze Reise hinter sich haben.

Neben diesen Skulpturen stellt Stan auch Engobedekorierte Keramik her. Sculpturen; handgefertigte Vasen; Fliesen und Wandtafeln. Ein moderner Verweis auf die traditionelle Keramik zwischen Maas und Niederrhein.

Biografie

Stan Linssen (1958) verbrachte seine Jugend in seinem Geburtsort Tegelen, zu einer Zeit, als die Ziegeleien noch mitten im Dorf lagen. „Du könntest einfach dorthin gehen und Tonplatten abholen. Und morgens weckte mich das Geräusch der Schmalspurbahn, die vom der Grube hinunterfuhren, beladen mit Ton, aus denen Dachziegel gemacht wurden. Nichts deutet dann darauf hin, dass arbeiten mit Ton für ihn ein wichtiges Metier werden wird.

Das kommt erst während seines Studiums zum Vorschein.

Nach der Hauptschule besucht er die Pädagogische Akademie, wo er den Lehrertitel im Handwerk erwirbt. Anschließend schreibt er sich an der TeHa in Sittard ein, einer breit angelegten Lehrerausbildung, in der er befähigt in sowohl angewandte als auch freie Gestaltung. Er wird unter anderem von Frans Lagro unterrichtet und macht seinen Abschluss im freien Bereich. Zwei Jahre später hat der Keramiker Stan Linssen seine erste Ausstellung.

Aber er ist nicht nur als Keramiker tätig. Von 1993 bis 2000 war er maßgeblich am Aufbau des Keramikzentrums De Tiendschuur in Tegelen als Kurszentrum und Museum beteiligt, zuerst als Keramiklehrer, später auch als Kurator. Von 2002 bis September 2020 ist er als Assistent-Kurator und anschließend als [Ausstellungs-]Designer mit dem Limburgs Museum in Venlo verbunden. „Mein Wissen über angewandte und autonome Kunst kommt mir jeden Tag in meiner Museumsarbeit zugute. Ich spreche die Sprache des Designers und des bildenden Künstlers.“

Neben dieser Arbeit bleibt er als bildender Künstler/ Keramiker aktiv. Nach 18 Jahren und vielen Ausstellungen später beschließt er, sich wieder voll und ganz der Kunst und insbesondere der Keramik zu widmen.

Überblick

1976 – 1980 Lehrerausbildung Grund- und Sekundarschule Venlo

1982 – 1987 Lehrerausbildung Hauptschule bereich Zeichnen und Basteln (TeHa) Sittard

1987 – 1993 Lehrer für Handwerk an verschiedenen Hauptschulen in Nord-Limburg

1993 – 2000 Lehrer-Kunst-Keramik-Zentrum in Tegelen

1994 – 2000 Kurator des Keramikzentrums Tiendschuur in Tegelen

2002 – 2020 Assistent-Kurator und anschließend [Ausstellungs-]Designer am Limburgs Museum Venlo

1989 – heute Kunstler / Keramiker

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